Ressourceneffizienz – Chancen für die MEM-Industrie

Die MEM-Industrie in der Schweiz umfasst den Maschinen- und Anlagenbau, die Elektro- und Elektronikindustrie sowie die Metallindustrie. Insgesamt sind rund 320'000 Personen in dieser Branche beschäftigt. Dank innovativen und kundenspezifischen Lösungen liegt der Exportanteil insgesamt bei knapp 80 Prozent, dies entspricht fast einem Drittel der gesamten Güterexporte der Schweizer Wirtschaft.

Die zahlreichen KMUs sind in der Regel spezialisierte Firmen, welche u.a. hochpräzise Teile, Komponenten oder ganze Bearbeitungsmaschinen entwickeln und herstellen. Zu den Abnehmern gehören beispielsweise die weltweit tätige Automobilindustrie, die Raumfahrt-, Flugzeug- sowie die Elektro- und Elektronikindustrie oder die Medizintechnik. Der Schweizer Werkzeugmaschinenbau geniesst hohes Ansehen und erzielt daher den mit Abstand grössten Umsatz pro Kopf weltweit; «Swiss Made» steht hier für hohe Qualität und Zuverlässigkeit.

Qualität bedeutet auch einen sparsameren Umgang mit Ressourcen. Je weniger Material bereitgestellt und verarbeitet werden muss und je geringer der Energiebedarf in Produktion und Nutzung ist, desto wertvoller sind Schweizer MEM-Maschinen und Geräten auch in Bezug auf Nachhaltigkeit. Und wenn durch eine umsichtige Planung und Realisierung zusätzlich Kosten reduziert werden können, entsteht ein wichtiger Marktvorteil für die Schweizer Produktionsindustrie. 

Materialintensität reduzieren

Die Schweizer MEM-Industrie verarbeitet grosse Mengen an Rohmaterialien und Halbzeugen.

Jährlich werden beispielsweise bis zu 3 Mio. Tonnen Stahl importiert und zu Metall- und Stahlbauten, Maschinen, Anlagen und Infrastruktursysteme verarbeitet. Zudem werden jährlich rund 1.4 Mio. Tonnen Schrott in den beiden Schweizer Stahlwerken elektrolytisch eingeschmolzen und zu hochwertigen Halbzeugen für die metallverarbeitende Industrie im In- und Ausland sowie für die Bauwirtschaft aufbereitet. Eine blechverarbeitende Maschine, sei es eine automatisierte Stanz- oder Laserschneidzelle, verarbeitet pro Schicht zwischen 1.5 – 3 Tonnen Stahlbleche; der Stahlumsatz beträgt somit 750 – 1'500 Tonnen pro Maschine und Jahr im Zweischichtbetrieb. 

Dieses Beispiel zeigt, dass der Materialumsatz und deshalb auch die Materialkosten in der MEM-Industrie hoch sind – im Durchschnitt 40% und mehr. Durch innovative und ressourcenschonende Lösungen können der Materialanteil wie auch die Herstellkosten reduziert werden. Dank dieser Miniaturisierung und Dematerialisierung werden sowohl finanzielle wie auch natürliche Ressourcen geschont – eine Win-Win-Situation! Die aus Reffnet-Beratungen (siehe Fallbeispiele) hervorgegangenen Ressourceneffizienzsteigerungs-Massnahmen können dies bestätigen.

Das «Optimierungssystem» im Kontext der MEM-Industrie ist in der Regel komplex. Diverse Projekte im Rahmen des Reffnet.ch-Förderprogramms wie auch allgemeinere Studien zum vorhandenen Optimierungspotential in der MEM-Industrie zeigen, dass mit z.T. einfachen Systemanpassungen der Material- und Energiebedarf und so auch die Kosten signifikant gesenkt werden können. Eine Verbesserung von 25% und mehr kann hierbei erreicht werden.

Materialkreisläufe schliessen – mit neuen Geschäftsmodellen

Die Planung definiert den Material- und Energiebedarf, sei es bei der Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen oder bei der Optimierung von Produktionsanlagen und -abläufen. Optimierungen nach Abschluss des Designs und der Planung sind vielfach aufwändiger und mit geringerem Nutzen verbunden. Deshalb ist es wichtig, schon zu Beginn das ökologische Design (Ecodesign) mit zu denken: Wie kann beispielsweise die Produktlebensdauer durch Wartung, Reparatur, Wiederverwendung oder Wiederaufbereiten (Remanufacturing) verlängert werden? Um in einer Kreislaufwirtschaft ökonomisch erfolgreich zu sein, ist aber auch bei Geschäftsmodellen ein Umdenken nötig. Mietmodelle oder Dienstleistungsangebote setzen wichtige finanzielle Anreize für langlebige Produkte und machen die Schliessung von Materialkreisläufen attraktiv.

Noch besser, schneller, günstiger, und vor allem noch umweltfreundlicher…

Die Schweizer MEM-Industrie ist in einem internationalen kompetitiven Markt tätig; innovative und kundennahe Lösungen sind für den Firmenerfolg zwingend. Ressourceneffizienz ist viel mehr als die blosse Reduktion von Material- und Energiebedarf, denn in der Auseinandersetzung mit Ressourceneffizienz entstehen grundsätzlich bessere Lösungen.

Reffnet.ch unterstützt interessierte Firmen auf dem Weg zu einer höheren Ressourceneffizienz. Erfahren Sie mehr über die kostenlose dreitägige Reffnet.ch-Beratung für die MEM-Industrie.

Wir freuen uns auf Ihre unverbindliche Kontaktaufnahme (Kontaktformular, +41 55 222 41 80, info@reffnet.ch).